“Ein neues Verhältnis zur Zeit in Wirtschaft und Gesellschaft ist also der zentrale Mentalitätswandel, der aus der Krise hervorgehen könnte. Es wird neuerdings viel von Vertrauen und Verantwortung geredet. Beide sind nötig; beide setzen aber voraus, dass das extrem kurzfristige Denken der Führenden aufhört. Worauf es ankommt, ist, dass vor lauter Konjunkturpaketen und Rettungsschirmen der Blick auf die Zeit nach der Krise nicht getrübt wird. In diesen Jahren entscheidet sich, in welcher Welt die nächste Generation der Bürger freier Gesellschaften leben wird.”
Schrieb im Frühjahr der letzten Monat verstorbene Ralf Dahrendorf
“Zeit und Ewigkeit, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft schrecken uns nicht mehr. … Nur der Christ kann ganz in der Gegenwart leben. Denn die Vergangenheit ist ihm durchgestrichen, und die Zukunft ist ihm gewiss.”
Jochen Klepper
Veröffentlicht in denkwürdig, gelesen | Kommentar schreiben »

Happy Fourth of July! Unsere Freunde und Bekannte werden diesen Tag wieder viel fröhlicher und unbefangener feiern, als wir in Deutschland mit unseren Wurzeln umgehen. Wurzeln, die bekanntlich auf beiden Seiten des Atlantiks in einer christlich-jüdischen Tradition und Ethik gründen – und die wir nicht unbedacht und leichtfertig aufs Spiel setzen sollten.
Veröffentlicht in personal, politik, usa | Kommentar schreiben »
Kleinere Brocken, aus dem Netz gefischt:
- “Wer glaubt, dass die Menschen dümmer werden, wenn sie Zugang zur größten Wissensquelle ihrer Geschichte haben, muss schon recht naiv sein. So naiv, wie Deutschlands Politiker.” Thomas Knüwer
- “Die Elite in Deutschland kann nicht offen auf das Netz zugehen, sich vorurteilslos mit ihm auseinandersetzen und versuchen, die Vorteile für sich und für die Gesellschaft zu erkennen und zu nutzen. In Deutschland bangt gerade eine ganze Reihe von bisher mit Ansehen und Einfluss ausgestatteten Personen darum, ihre Legitimierung als Bildungselite zu verlieren.” Martin Weigert
- “Natürlich basteln wir daran. Forschung aus ethischen Gründen begrenzen – niemals!” Interessanter Tagungsbericht von Jens Johler.
- “Wir müssen auf das Niveau unserer wirklichen Leistungsfähigkeit zurücksinken, sonst droht die nächste Krise – dann wackeln nicht nur Banken und Unternehmen, sondern ganze Staaten. Die nächste Herausforderung wird schon in wenigen Jahren zu bestehen sein. Ich schätze, um das Jahr 2015. Manche meinen, dann käme so etwas wie ein finaler Crash.” Meinhard Miegel
- “Bücher für Sprachgestalter” empfiehlt Cla Gleiser. Überhaupt ist sein Blog zum Thema Kommunikation und Sprache als Genuß sehr lesenswert.
Veröffentlicht in brockensammlung, kommentiert | 2 Kommentare »
Was für ein schöner Begriff. Und was für eine kreative Idee, das so umzusetzen. Kreativ und unkonventionell wie so manches auf godcards. Dahinter stehen die Macher von godnews, die schon öfter kecke Ideen unter die Leute und ins Netz gebracht haben. Sie verstehen sich “als Teil einer Tradition, die seit Tausenden von Jahren mit den tiefsten Fragen des Menschseins ringt”.
Mit den kreativen und technischen Mitteln unserer Zeit möchten sie auf einen Gott hinweisen, “der gestern schon war, aber nicht von gestern ist. Der sich auf jede Generation einlässt und der sich in kein Schema pressen lässt. godnews.de versucht verschüttete Fragen neu zu entdecken, sinnentleerte Bräuche neu erlebbar zu machen und starre Antworten neu zu hinterfragen. Und das in einer Art, die in unsere heutige, schnelle Welt passt.”
Gute Ideen finden sich dort!
Veröffentlicht in aufgesammelt, ideen, medien | Kommentar schreiben »
Ein lustiges Onlinespiel zur aktuellen Lage mit leider sehr ernstem Hintergrund findet sich bei der INSM: “Fantastic five – verballer die Staatsknete”.

Das Spiel persifliert die Ausgaben- und Verschuldungswut aller Politiker: als Merkel, Münte, Westerwelle, Roth oder Lafontaine besteht die Aufgabe darin, möglichst viel Geld zu verballern als Subventionen, Darlehen und Zuschüsse zu verteilen…
Veröffentlicht in aufgesammelt, politik, schmunzelbrocken | Kommentar schreiben »
Das hat zumindest der oberste Gerichtshof in Malaysia Anfang Juni festgestellt. Nach einer Meldung bei Christianitytoday wurde damit das bereits im Februar ausgesprochene Verbot gegenüber der katholischen Kirche in Malaysia, in ihren Veröffentlichungen den Begriff ‘Allah’ als Übersetzung für den christlichen ‘Gott’ zu benutzen, erneuert. Denn nach einem Gesetz von 1988 sei es “eine Straftat für Nichtmuslime, das Wort ‘Allah’ für einen anderen als den muslimischen Gott zu benutzen”. Diese Äußerung eines islamischen Gerichts finde ich ziemlich aufschlußreich auf dem Hintergrund vieler populärer, aber auch theologischer Ansichten, welche die diversen Götter unterschiedlicher Religionen gern in einen sprituellen Eintopf mixen.
Dass in diesem Zusammenhang eher die Muslime recht haben, wenn sie sich gegen eine christliche Vereinnahmung des Begriffs ‘Allah’ wehren, zeigt unter anderem ein aufschlussreicher Vergleich “Gott in der Bibel – Allah im Koran” von Daniel Hecker beim Islaminstitut (hier als PDF).
Veröffentlicht in aufgesammelt, theologie | Kommentar schreiben »

“Das ging diesmal aber richtig nach innen.” Wenn sonst eher härter gesottene Polizisten so etwas über eine Tagung und ihre Bibelarbeiten und Vorträge sagen, dann heißt das etwas. Deshalb freut es mich besonders, unter anderem dieses Feedback zu einer Ehepaartagung in der letzten Woche bekommen zu haben. Zwar waren die äußeren Bedingungen eher suboptimal (das Bild täuscht leider, so sah es nur am letzten Tag aus, vorher gabs eine Woche Düsternis, Regen, Nässe und Fluten!) aber das tat einer schönen, entspannten und offenen Atmosphäre keinen Abbruch. Hoffentlich wird das, was in diesen Tagen “nach innen ging”, nun auch noch weiter wachsen, aufgehen und wirken!
Veröffentlicht in personal | Kommentar schreiben »
Angeregt vom medialen Rauschen habe ich mal einen Blick auf Microsofts neusten Versuch geworfen, den Vorsprung von Google aufzuholen: Bing. Das Ding macht keinen schlechten Eindruck, ich habe allerdings auch nur wenige Probeläufe mit einigen bekannten sowie auch einigen abgelegenen oder speziellen Begriffen gemacht und erhebe daher keinerlei umfassenden oder fachlichen Anspruch. Oft waren die Ergebnisse ähnlich, wenn auch manchmal in etwas anderer Reihenfolge. Mein persönliches Fazit: weil ich auch sonst sehr extensiv und vernetzt mit den Google-Services arbeite, bleibt das meine erste Wahl. Allerdings: für speziellere Suchen gibt es bekanntlich auch noch andere Angebote.
Veröffentlicht in internet, tips & tricks | Kommentar schreiben »
Alex Rühle zitiert in seinem Artikel “Jenseits der Stille” interessante und zum Nachdenken anregende Aussagen des amerikanischen Soziologen Dalton Conley:
“Conley schreibt, wir seien keine Individuen mehr, die nach Authentizität streben, sondern ‘Intraviduen’, die gehetzt einen konstanten Strom von Messages, Anrufen, Kontakten und Daten zu managen versuchen. ‘Die Bewohner unserer Anderswo-Gesellschaft haben aufgrund ihres quälenden Kontingenzbewusstseins (warum bin ich gerade hier, ich könnte ja auch woanders sein) nur dann das sichere Gefühl, am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun, wenn sie auf dem Weg zum nächsten Ziel sind.’ “
“Die zweite Angst, die Conley beschreibt, das ist die Angst, alleine zu sein. Abgeschnitten vom Rest der Welt. Handy und Mail sind auch eine narzisstische Falle, eine Art Nuckelflasche, aus der man sich süßen Brei holt, das Gefühl, gebraucht, geliebt, angesprochen zu werden.”
Hier noch eine lesenswerte Rezension von Katharine Mieszkowski zu Conlyes Buch (englisch).
Veröffentlicht in aufgesammelt, gelesen, gesellschaft | 1 Kommentar »
Es ist bedrückend, wie in diesen Tagen Menschen im Iran zum Teil unter Einsatz ihres Lebens für etwas kämpfen, das sie als Veränderung und Befreiung empfinden. Noch bedrückender jedoch ist: selbst wenn es zu einem Regierungswechsel käme, würde sich vermutlich nichts Wesentliches ändern. Da kann ich dem Kommentar von Florian Rötzer sogar einmal zustimmen: die reflexhafte mediale Solidarität mit einer “vermeintlichen Opposition” vereinfacht die komplexe Lage in der islamischen Scheindemokratie vermutlich viel zu sehr. Denn auch ein “scheinbarer Systemwechsel brächte nicht wirklich einen Aufbruch zustande, da die neuen Führer bereits im alten System etabliert waren”.
Insbesondere im Blick auf Israel und das Streben nach Atomwaffen wird sich das Verhalten des Iran wohl weder unter der alten, noch unter einer neuen, ‘oppositionellen’ Führung unterscheiden. Das formuliert auch der israelische Gesandte in Berlin Ilan Mor ganz klar:
“Wir beobachten die Situation natürlich mit höchster Aufmerksamkeit. Auf die Frage, die Israel am meisten interessiert, nämlich das iranische Atomprogramm, hat dieser Konflikt allerdings keinerlei Auswirkungen. Wir gehen davon aus, dass, egal, wer an die Macht kommt, sich an der Atompolitik des Iran nichts ändern wird. Schließlich war der Oppositionskandidat Mussawi Mitinitiator des Atomprogramms. Dass er Ahmadinedschad von der Macht verdrängt, glaube ich übrigens nicht.”
Veröffentlicht in israel, kommentiert, politik | 1 Kommentar »