Eine ähnliche Geschichte wie dieser bewegende Bericht über den stillen und einsamen Dienst von Hamburger Pastoren hat auch der Kollege in dem Gottesdienst erzählt, den wir heute zum Ewigkeitssonntag besucht haben. Auch da ging es zum Einstieg um eine der über 500 oder mehr Personen, die jährlich im Raum München als ‘vergessene Tote’ ohne irgendwelche Angehörigen oder Trauernden bestattet werden. Aber es ging auch um die Hoffnung, die wir als Christen haben: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten“ (1.Petrusbrief). Und dann ist es egal, wie die das Ende einmal aussieht oder wer dabei ist – denn ER ist auf jeden Fall dabei.
Nein ich gehe noch nicht schlafen – aber Sandmännchen hat Geburtstag und das ist eine der schönen und immer noch erinnerlichen Sendungen aus der Kindheit. Sandmännchen wird heuer 50 und Google feiert das ebenfalls mit einem netten Doodle:
„Was früher die Regel war, ist heute die Ausnahme. Deutschlands Spitzenpolitiker sind so fromm, gläubig und religionsaffin wie selten zuvor. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt schlägt sich die geballte Frömmigkeit unserer Spitzenpolitiker bereits nieder.“
Vermutlich sieht Malte Lehming die „neue Frömmigkeit in der deutschen Politik“ etwas zu stark. Außerdem umweht diesen Begriff bei ihm auch ein deutlicher Hauch des Unanständigen. Aber seine Aufzählung liest sich interessant und ich finde es auch gut, dass unser neuer oberster Chef ziemlich profiliert evangelische Positionen betont. Etwa in einer Rede im Juni dieses Jahres:
„Das gilt für mich persönlich vor allem deshalb, weil ich eben nicht nur Politiker bin, sondern auch Christ. Inzwischen entdecken viele ihren Glauben wieder und bekennen sich öffentlich dazu. Und ganz ehrlich: Wir können froh sein, wenn sich wieder mehr Menschen der eigenen Wurzeln, der Lebensbasis bewusst sind – insbesondere wenn sie in ihrem Amt hohe Verantwortung tragen. Ich bin fest davon überzeugt: Verantwortung, die aus einem festen Glauben übernommen wird, tut gut, uns selbst und allen.“
Wie das in der Praxis aussieht, wirds sich natürlich jeweils zeigen müssen. Aber ein interessantes Gespräch und eine gemeinsame Basis sind damit schon mal eröffnet.
Ein spannender, aber auch bedrückender Artikel über den Verlust der Lesekultur in unserer Gesellschaft: „Familie Powerpoint„.
Der Autor ist bekennender evolutionärer Humanist – aber seine „Kriminalgeschichte des Atheismus“ bietet einige durchaus interessante Anmerkungen über die dunkle Seite der Religionskritik.
Die EU legt los: nachdem alle Kritiker so lange unter Druck gesetzt wurden, bis sie der neuen Verfassung, die keiner mehr so nennen mag, zustimmten, denkt sie schon mal über neue, direkte Steuern für uns nach. Und das Project Indect bereitet die umfassende Überwachung ganzer Bevölkerungen vor – nette Aussichten.
„Ich wünsche mir, daß alle, die meine Lieder spielen wollen, schnellen, unkomplizierten und kostenlosen Zugriff auf die Noten haben“ sagte Reinhard Mey – deshalb gibt’s hier eine umfassende Sammlung.
Es ist nicht immer interessant und oft noch nicht einmal amüsant, wenn über uns als Kirche „von außen“ geschrieben wird. Neulich erschien jedoch in der ZEIT ein Artikel über die neue „First Lady des Protestantismus“, der eine wichtige Beobachtung betont – in Margot Käßmann als neuer Ratsvorsitzender der EKD werde etwas zusammengeführt, was besonders in der evangelischen Kirche in den letzten Jahrzehnten zunehmend auseinander driftete:
„Zwei Ansprüche rangen seit den siebziger Jahren miteinander: Wie fromm sind wir – und wie politisch? Die evangelische Kirche taucht gerade aus einer langen Phase auf, in der sie ihre öffentliche Beachtung – und zu einem nicht unwesentlichen Teil auch ihre Identität – aus dem Primat des Politischen bezogen hat. Der Protestantismus wurde zu einem Dach für politische Anliegen aller Art, die von ihren Vertretern biblisch abgeleitet wurden.“
Diese Diagnose ist zweifellos richtig. Und abgesehen davon, dass der Ausdruck „First Lady“ vermutlich nett gemeint ist, aber grandios schiefliegt (denn eine First Lady ist gemeinhin nicht die Machthaberin, sondern die Ehefrau des Regierenden!) könnte Margot Käßmann wirklich dafür stehen, wieder etwas zusammenzuführen, was eigentlich schon immer zusammengehört. Denn sie ist nicht nur wie Huber bei den Medien ziemlich beliebt, sondern versteht es auch immer wieder, vom christlichen Glauben persönlich und doch pointiert und deutlich zu sprechen: „Ich finde, du musst schon anständig fromm sein, um als Christ und Christin in der Welt zu stehen.“
… nennt die englische Sprache den ultimativen Tag von Weltuntergang und Endgericht, der gerade wieder cinemäßig zelebriert wird. Dieses neuste Weltende nach „Day after tomorrow“, „Deep Impact“ und vielen anderen habe ich noch nicht live gesehen – möchte ich aber auf jeden Fall noch, denn Roland Emmerich produziert bekanntlich immer Sehenswertes, das neben allen tollen Effekten auch die Emotionen der Gesellschaft gleichermaßen aufnimmt wie prägt. Interessant zu lesen ist in diesem Zusammenhang aber auch National Geographic:
In zweiBilderserien und einem Artikel haben sie einige der auch im Kino immer wieder verarbeiteten Untergangsprophetien und -szenarien unter die Lupe genommen. Darin berichten unter anderem NASA-Wissenschaftler, dass sie besonders im Blick auf das populäre „2012″ wieder von tausenden echt verängstigten Menschen nach dem Endzeitszenario gefragt werden. Das ist kein Wunder, denn die oftmals furchtsame, manchmal aber auch lustvolle Beschäftigung mit dem Untergang ist vermutlich so alt wie die Menschen.
Als Christ fallen mir dazu allerdings noch andere Perspektiven ein. Denn zum einen stellt Jesus nüchtern fest, dass diese Welt zwar vergehen wird, aber absolut niemand Zugriff auf die Endzeitdaten hat: „Himmel und Erde werden vergehen … von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater“ (Markus 13,31-23). Und zweitens verspricht er seinen Leuten seine Gegenwart, die sie durch die Dunkelheiten und selbst das Ende dieser Welt tragen wird: “ … damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16,33). Auf diesem Hintergrund lässt sich doch entspannt großes Kino genießen
„Twitter makes me a better Jesus disciple“ schreibt Leonard Sweet (den ich sonst nicht kenne) und beschreibt fünf Arten, in denen Twitter sein Leben und auch seine Nachfolge verändert hat:
„Twitter kennt nur zwei Kategorien: wem du folgst, und wer deine Follower sind. Twitters kategorischer Imperativ ist Nachfolge, nicht Leiterschaft. Die Stellung Jesu ist „Leiter“. Meine grundsätzliche Position ist „Nachfolger“. Auch wenn Jesus mich an die Front ruft, leite ich immer noch „von hinter ihm“. In den letzten fünfzig Jahren hat die Kirche ein Wort zu Fetisch gemacht, das im Neuen Testament fast nicht zu finden ist („Leiter“) und hat dafür einen Begriff ignoriert, der dort hundertemal vorkommt („Nachfolger, Jünger“). Twitter deshalb eine tägliche Erinnerung, dass nicht alles mit Leiterschaft steht und fällt, sondern mit Nachfolge. Es kommt darauf an, wem ich folge, und wer mir folgt. Der Name „Christen“ wurde den Gläubigen in Antiochien gegeben, weil die Menschen in ihnen den Christus sahen, dem sie nachfolgten (Apg. 11,26).“
Hier gehts (auf englisch) mit den anderen Punkten weiter.
Chris Jordan hat bewegende Fotos toter Vogelbabys aus dem Midway Atoll veröffentlicht, die bedrückend dokumentieren, wie der Zivilisationsmüll diese wunderbaren Inseln trotzdem erreicht. Vorsicht beim Klicken: nicht schöne, sondern tote Vögel.
Ein englisches Gericht sieht den überzeugten Glauben an menschengemachten Klimawandel einer Religion gleichgestellt.
„Wer soll das alles lesen“ fragt Florian Steglich in einem kleinen Beziehungsratgeber für social networks.
Interessante Bemerkungen über „Unversöhnlichkeit als psychische Krankheit“ und die Notwendigkeit von „Vergebung“ in einem säkularisierten und psychologisierten Rahmen finden sich in diesem Artikelchen einer Wellnessseite.
Dazu gleich noch eine Sonntagsblatt-Liste mit „10 Schritten zur seelischen Gesundheit“ – naturgemäß etwas verkürzt und oberflächlich, aber keine schlechte Zusammenstellung.