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wingsuits

Definitiv nix für mich, aber absolut engelsgleich und thrillig anzuschauen: base jumping in wingsuits …

twitter als nachfolgeübung

„Twitter makes me a better Jesus disciple“ schreibt Leonard Sweet (den ich sonst nicht kenne) und beschreibt fünf Arten, in denen Twitter sein Leben und auch seine Nachfolge verändert hat:

„Twitter kennt nur zwei Kategorien: wem du folgst, und wer deine Follower sind. Twitters kategorischer Imperativ ist Nachfolge, nicht Leiterschaft. Die Stellung Jesu ist „Leiter“. Meine grundsätzliche Position ist „Nachfolger“. Auch wenn Jesus mich an die Front ruft, leite ich immer noch „von hinter ihm“. In den letzten fünfzig Jahren hat die Kirche ein Wort zu Fetisch gemacht, das im Neuen Testament fast nicht zu finden ist („Leiter“) und hat dafür einen Begriff ignoriert, der dort hundertemal vorkommt („Nachfolger, Jünger“). Twitter deshalb eine tägliche Erinnerung, dass nicht alles mit Leiterschaft steht und fällt, sondern mit Nachfolge. Es kommt darauf an, wem ich folge, und wer mir folgt. Der Name „Christen“ wurde den Gläubigen in Antiochien gegeben, weil die Menschen in ihnen den Christus sahen, dem sie nachfolgten (Apg. 11,26).“

Hier gehts (auf englisch) mit den anderen Punkten weiter.

brockensammlung (33)

Kleinere Brocken, aus dem Netz gefischt:

  • Krefeld räumt schon mal auf: Weihnachten ohne Weihnachten. Aber eigentlich ist das ja nur mal ehrlich oder?
  • Chris Jordan hat bewegende Fotos toter Vogelbabys aus dem Midway Atoll veröffentlicht, die bedrückend dokumentieren, wie der Zivilisationsmüll diese wunderbaren Inseln trotzdem erreicht. Vorsicht beim Klicken: nicht schöne, sondern tote Vögel.
  • Ein englisches Gericht sieht den überzeugten Glauben an menschengemachten Klimawandel einer Religion gleichgestellt.
  • „Wer soll das alles lesen“ fragt Florian Steglich in einem kleinen Beziehungsratgeber für social networks.
  • Interessante Bemerkungen über „Unversöhnlichkeit als psychische Krankheit“ und die Notwendigkeit von „Vergebung“ in einem säkularisierten und psychologisierten Rahmen finden sich in diesem Artikelchen einer Wellnessseite.
  • Dazu gleich noch eine Sonntagsblatt-Liste mit „10 Schritten zur seelischen Gesundheit“ – naturgemäß etwas verkürzt und oberflächlich, aber keine schlechte Zusammenstellung.

nicht durch heer oder kraft

Im Nachhinein empfinde ich es als schönes historisches Privileg, vor 20 Jahren nicht nur den Fall der Mauer, sondern vor allem die Öffnung der gesamten DDR-Grenze aus ziemlicher Nähe miterlebt zu haben. Ganz in unserer Nähe fuhren die Züge mit den Prager Botschaftsflüchtlingen erstmals auf Bundesgebiet und der für verzweifelte Menschen oft tödliche ‘Schutzwall’ gegen den bösen Westen war auf zwei Seiten unserer damaligen Gemeinde nur einige Kilometer entfernt. Es war bewegend, damals viele Menschen zu treffen, die immer noch gar nicht glauben konnten, dass ihnen der Weg in die Freiheit nun offen stand – so ungefähr stelle ich mir das Staunen der Israeliten am anderen Ufer des Schilfmeeres vor.

Unter den vielen Artikeln, Sendungen und Erinnerungen dieser Tage ist mir heute ein Beitrag von Christian Führer aufgefallen. Er war damals Pfarrer an der Leipziger Nikolaikirche – einem der Orte, von denen die Friedensgebete und damit ein friedlicher, aber sehr nachhaltiger Protest gegen die SED-Diktatur ausgingen. Ich finde es schön, dass er im Rückblick sehr deutlich göttliche Bewahrung und geistliche Mächte am Werk sieht:

„Wir waren nicht allein. Mit Blick auf die schrecklichen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts dürfen und müssen wir sagen, dass Gott seine segnende und schützende Hand über uns gehalten hat. Die Friedliche Revolution war Gnade Gottes an der Nikolaikirche und den anderen Kirchen im Land, an der Stadt Leipzig und den anderen Städten und Dörfern. Wir sollten nie vergessen, dass es eine große segnende Gotteskraft gibt, die Veränderungen ohne Blutvergießen schaffen kann – auch eine Revolution, bei der keine Schaufensterscheibe kaputtgegangen ist, niemand sein Gesicht verloren hat und niemand sein Leben lassen musste.“

Außerdem sei ihm damals wichtig geworden, was auch heute noch unser Auftrag als Christen und Kirchen ist: im Sinne Jesu gehören die Straße und die Kirche zusammen. „Das ist eine Wechselbeziehung“ sagt Führer, denn …

„… die Kirche muss heraus auf die Straße, muss sich einmischen, muss das Salz der Erde sein, von dem Jesus spricht. Und die Menschen wiederum müssen einen Ort in der Kirche finden können. Jesus hat sich nie im Tempel versteckt. Er war dort anzutreffen, wo sich die Menschen mit ­ihrem Leben abquälten. Er war mitten unter ihnen. In ebensolcher Weise müssen wir zu den Menschen gehen und ihnen gleichzeitig in unseren Kirchen Orte zur Verfügung stellen, an denen sie Geborgenheit erfahren und Angst überwinden können. Das ist unsere Aufgabe.“

there’s no magic

Oder: eigentlich geht das überall.

In David’s Blog fand ich neulich einen sehr netten Text, in dem er allen die Illusionen ankratzt, die seine und andere „erfolgreiche“ Gemeinden glorifizieren und analog dazu manche Pastoren, Leiter oder Prediger gurufizieren. Er sei eigentlich mehr damit beschäftigt, Dinge zu verhindern,  als irgendwelche tollen oder nachahmbaren Konzepte umzusetzen. Mangels Übersetzungszeit und -lust diesmal einfach einige Originalauszüge:

„What I can say is that, as a church, we are pretty much stripped bare of goal, vision and agenda. We can say, for the most part, that we don’t coerce, manipulate, or control people. People are free to come and go as they are and as they please. It is a completely voluntary assemblage with no expectations placed upon it. We do not prescribe beliefs or lifestyles. If people come with agendas or some people develop agendas, they don’t seem to last. Their sense of what a church “should be” gets frustrated.“

Wie bei einer langen, glücklichen Ehe sieht er auch im Leben seiner Gemeinde keine besonderen Tricks oder magischen Formeln am Werk:

„There’s no magic, no flash, no tricks, no formulas, no big attraction. Our worship music is raw and unprofessional. The preaching and teaching is unrefined, crude and informal. Our community is made up of a diverse mixture of regular people. We aren’t a big deal.“

Wenn jemand seine Gemeinde ebenso entzaubern und auf die Grundlagen zurückführen möchte, werde das anfangs nicht besonders schön aussehen, meint David. Aber es sei die Sache wert und auch notwendig, „wenn wir dadurch freier und menschlicher werden und entdecken wollen, was echte Gemeinschaft und Liebe ist.“

In folgenden Beiträgen möchte David die „wilde und faszinierende Geschichte“ ihrer Gemeinde bald weiter erzählen. So stay tuned!

gesegneten reformationstag

martin-lutherDer wahre Schatz der Kirche ist das allerheiligste Evangelium von der Herrlichkeit und Gnade Gottes.
Dieser ist zu Recht allgemein verhaßt, weil er aus Ersten Letzte macht.

 

Thesen 62 & 63

gute wahl

Die Wahl von Margot Käßmann zur neuen Ratsvorsitzenden der EKD war eine gute Wahl. Nicht nur, weil sie sehr eindeutig ausgefallen ist und damit ein breites Vertrauen ausgesprochen hat, sondern auch, weil Margot Käßmann (zumindest nach den Erfahrungen der letzten Jahre) der evangelischen Kirche in Deutschland ein sehr menschliches, auch für viele Außenstehende sympathisches und überzeugendes, aber in vielen Punkten auch theologisch und geistlich deutlich positioniertes Gesicht geben wird.

Interessant ist oft, was von außen dazu gesagt wird. Die ELCA betont in einer Newsmeldung die Verbundenheit mit den deutschen Evangelischen, die 2007 durch eine Vereinbarung enger Zusammenarbeit gefestigt wurde und zitiert Rev. Ishmael Noko, Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes: „The election sends a signal to the church worldwide that God calls us to leadership without consideration of gender, color or descent.“

Auch von katholischer Seite begrüßte Erzbischof Dr. Robert Zollitsch als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz die Wahl und betont den hohen Stellenwart ökumenischer Zusammenarbeit angesicht heutiger Herausforderungen:

„Als Christen in einer pluralen Gesellschaft stehen wir vor vielfältigen Herausforderungen. Viele davon betreffen die evangelische und katholische Kirche gemeinsam. Ich lade Sie herzlich ein, dass wir weiter – wie in den letzten Jahren – an der Zukunft der Ökumene arbeiten. … Unser Weg als Christen ist ein Weg der Ökumene. Es ist ein Weg, den wir gemeinsam und auf Augenhöhe gehen. Das erwarten die Christen in Deutschland von uns.“

ich bin dann mal weg

Nein, nicht wirklich dort - obwohl die beste E.v.a. das gerade liest und heute meinte, ich sollte unbedingt auch mal reinschauen, denn trotz des Autors  :)   enthielte es einige tiefgehende Gedanken und Beobachtungen. Ich bin aber diese Woche erstmal zu einem Lehrgang unterwegs, also wird die Brockenstube wieder etwas Staub ansetzen. Ihr dürft euch natürlich gern weiter nach Herzens Lust umschauen – und über die Preise für die Brocken verhandeln wir dann, wenn ich wieder da bin :)

Wir hören oft, dass wir in der Welt leben, aber nicht von der Welt sind. Noch schwieriger kann es aber sein, in der Kirche zu leben ohne von der Kirche zu sein. Von der Kirche zu sein bedeutet: so beschäftigt mit kirchlichen Angelegenheiten und so eingespannt in klerikale Verstrickungen zu sein, dass wir uns nicht länger auf Jesus konzentrieren können. Die Kirche macht uns dann blind für das, was wir eigentlich sehen wollten, und taub für alles, was wir eigentlich hören wollten. Dennoch geschieht es immer noch in der Kirche, dass Christus dort wohnt, uns an seinen Tisch einlädt und zu uns mit Worten ewiger Liebe spricht.
In der Kirche zu sein, ohne von ihr zu sein, ist eine große geistliche Herausforderung.

Henri Nouwen

… fand ich heute in einem Leserkommentar zu einem Artikel bei Christof:

Wir wollten unseren Kindern auch klar machen, dass Halloween, mit Süßigkeiten erbetteln, im Gegensatz zum Reformationstag eine hierzulande relativ neumodische Angelegenheit ist. Meine Tochter argumentierte darauf: „Als Luther an die Kirchentüre gehämmert hat, ist der Pfarrer herausgekommen und hat mit ihm geschimpft. Aber dann hat Luther gesagt: Süßes oder Saures, und dann hat er Süßigkeiten bekommen.“

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