’notruf‘ – mitten aus dem leben

„Notruf 110“ klingt wie eine dieser populären Krimiserien. Im Gegensatz zu Fernsehkrimis kommt der neuste Sammelband der ‚Polizeipoeten‘ aber mitten aus der Realität: Polizistinnen und Polizisten aus ganz verschiedenen Polizeien des Bundes und der Länder berichten aus ihrem ganz persönlichen Erleben. Sie erzählen von nächtlichen Abenteuern während der Ausbildung, interessanten Begegnungen in der Tram, Unfällen, gewaltsamen und ganz normalen Toden, langweiligen Grenzstreifen und gefährlichen Einsatzlagen bei Castor-Demonstrationen, von der herausfordernden Begegnung mit einen (zu) großen Hund, von Fußballrowdies oder der schon fast freundschaftlichen Beziehung zu einem stadtbekannten Alkoholiker. Oft stimmen sie aber auch sehr nachdenkliche Töne an; erzählen von ihren eigenen Gefühlen und Ängsten, von der Hilflosigkeit, wenn man eine Jugendliche über Jahre immer mehr ‚abrutschen‘ sieht, von der überraschenden Begegnung mit einem alten Freund als ‚polizeiliches Gegenüber‘ oder vom ‚Ermittlerblut‘, das sie manche Alltagserlebnisse ganz anders wahrnehmen lässt als andere Menschen. Nicht immer herrscht Krimispannung, oft auch viel Nachdenklichkeit und jede Menge Selbstreflexion.

Wie schon mit den drei vorigen Bänden ist unter der bewährten Redaktion von Volker Uhl mit dem regionalen Schwerpunkt „Niedersachsen“ ein sehr interessanter Einblick in die Realitäten des Polizeidienstes entstanden. Er kann dazu beitragen, manches besser zu verstehen, lädt aber auch zum Gespräch ein:

„Schreiben öffnet den Austausch zwischen Kollegen, aber auch mit den Bürgern. So können wir gegenseitig dazulernen und unsere Annahmen und Ansichten überprüfen. Dieser Austausch ist wertvoll. Er hilft die Zukunft zu gestalten.“

Das Projekt „Polizei-Poeten“ gibt es übrigens schon länger. Auf der Webseite gibt es daraus viele weitere Geschichten und Gedichte zu lesen sowie weitere Infos. Und auch die bisher erschienenen Bände der Polizeipoeten sind natürlich lesenswert (Bildklick führt zu Amazon):

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