brockensammlung (50)

Eine kleine Jubiläumssammlung: zum 50.Mal einige kleinere Brocken, aus dem Netz gefischt:

  • Die komprimierte Fassung eines Artikels geht einer Frage nach, über die niemand gerne nachdenkt, die aber zunehmend wichtig wird: „7 Gründe, warum Gemeinden sterben„.
  • Wer sich aus ethischen Gründen kritisch zu exzessiver Organentnahme äußerte, wurde vor einigen Jahren noch als menschenfeindlicher Spinner abgetan. Nun berichtet sogar die taz über „Neue Zweifel am Hirntod„. Sehr spannend ist eine Betrachtung der Menschenbilder, die hinter den jeweiligen Positionen stehen!
  • Mit einer fast spiritistischen Überschrift weist  Martin Weigert am Beispiel „stayalive“ auf den wachsenden Erinnerungskult an Verstorbene im Internet hin. Menschen, denen eine echte Ewigkeitshoffnung verloren gegangen ist, finden offenbar zunehmend Ersatz in Form digitaler Erinnerung, die ‚ewig‘ hält – jedenfalls bis zum nächsten Servercrash.
  • „Aus dem Leben eines zornigen Humoristen“ – Mark Twain’s Autobiographie erscheint auf seinen Wunsch erst hundert Jahre nach seinem Tod und klingt spannend. Denn er war deutlich mehr als ein Jugendbuchschreiber.
  • Eine schöne Nachricht kam Anfang des Monats aus dem Norden: mit Alina Treiger gibt es nach 75 Jahren erstmals wieder eine in Deutschland ausgebildete und ordinierte jüdische Rabbinerin.
  • Der Evangelische Erwachsenenkatechismus der VELKD ist eine Art „Grundbuch“ des Glaubens und soeben wieder neu erschienen. Ich hatte ihn noch nicht in der Hand – weiß jemand, ob sich so viel verändert hat, dass sich ein Kauf lohnt?  🙂
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5 Gedanken zu “brockensammlung (50)

  1. Gibt es auch „nicht-jüdische“ Rabbinerinnen? Wieso ist eigentlich immer von „jüdischen Synagogen“ oder „jüdischen Rabbinern“ die Rede? Das hört sich ziemlich beknackt an.
    Und Rabbinerinnen gab und gibt es schon einige Jahre in Deutschland: Bea Wyler amtierte bis 2004 in Oldenburg, Irith Shillor betreut einige jüdische Gemeinden in Niedersachsen. Elisa Klapheck amtiert in Frankfurt und Gesa Ederberg an der Neuen Synagoge in Berlin. Was an Alina Traiger neu ist, ist, daß sie in Deutschland ausgebildet worden ist. Aber mit der Differenzierungsfähigkeit ist es bei einigen Medien nicht weit her, selbst wenn sie Mitte der 90iger Jahre von Bea Wyler als erster in Deutschland amtierender Rabbinerin nach der Schoah berichtet haben.

  2. @Juebe: „Jüdische Rabbiner(in)“ erscheint Insidern (auch in diesem Artikel) natürlich als unnötige Überladung. Andererseits wissen bestimmt viele mit dem blanken Ausdruck „Rabbiner“ gar nichts mehr anzufangen, und die werden dann zumindest mal auf die richtige Spur gesetzt 🙂

    Für die anderen, ergänzenden Informationen herzlichen Dank! Das war mir genauso wie der Presse auch nicht so geläufig. Ich habe es deshalb nochmal präzisiert. Ist doch immer gut, für viele Gebiete Fachleute zu haben!

  3. Ich muss gestehen, ich stehe solchen Büchern wie ganz oben genannt, recht kritisch gegenüber. Immer wieder gibt es welche, die davon erzählen, wie es welche Gemeinde zu einer tollen Erweckung geschafft hat oder wie man Wachstum erreicht. Und scheinbar verkauft sich das alles super, die Leute versprechen sich vielleicht eine neue „Heilsbotschaft“ davon.
    Man kann nicht einfach irgendeine andere, „erfolgreiche“ Gemeinde kopieren , und schon läuft es. Jede ist anders und braucht eine individuelle Lösung bzw. ihren eigenen Weg. Kein Buch kann das Hören auf Gott ersetzen, auch wenn Bücherlesen viel bequemer und einfacher sein mag.
    Vielleicht schreibe ich auch mal ein Buch über die Gemeinden und ihr Zustand… 😉

  4. Ist die Mark-Twain-Biographie denn schon raus? Die würde mich auch brennend interessieren!

    Ja, diese „Verewigung“ und Trauerbewältigung im Netz hat mich teils angerüht, teils erschreckt (je nachdem aus welchem Hintergrund sie entstanden zu sein scheint) und mir neu klar gemacht, wie gut ich es habe, zu wissen, dass es (die Chance auf) eine Ewigkeit bei Gott gibt.

  5. @Simone: Ganz richtig! Ich würde mir solche Bücher inzwischen auch kaum noch kaufen. Vermutlich wird man auch mit den Jahren etwas gelassener, wenn man bereits verschiedene Gemeindeaufbau- und -entwicklungskonzepte kommen und gehen sah. Ich fand allerdings den Gedanken nicht schlecht, auch mal die „sterbenden“ Gemeinden in den Blick zu nehmen und sich damit einer Realität zu stellen, die in den gängigen Erfolgsrezepten sonst eher ausgeblendet wird.

    @Elly: unter der Rezension heißt es „der erste Band der „Autobiography of Mark Twain“ erscheint in diesen Tagen bei der University of California Press“, sie müsste also (inzwischen) erschienen sein. Wann und wie sie allerdings in Deutschland ankommt?

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