tolle archive

Es ist immer wieder spannend, wie die Digitalisierung im Internet Dokumente und Archive für alle öffnet, die vorher nur unter großen Anstrengungen oder nur für Spezialisten zugänglich waren. So hat das Deutsche Kunstarchiv in Nürnberg (eine Abteilung der Germanischen Nationalmuseums) nun sämtliche Dokumente der Galerie Heinemann (1872 – 1939) ins Netz gestellt. Begründet von David Heinemann zählte die Münchner Galerie bis zu ihrer 1939 erfolgten „Arisierung“ zu den bedeutendsten Kunsthandlungen Deutschlands. Die veröffentlichten Dokumente und Geschäftsunterlagen bieten nicht nur einen interessanten Einblick den Kunsthandel jener Zeit, sondern auch in eine politisch bedrückende, antisemitische Epoche, die zu vielen „diskreten Verkäufen durch Kunsthändler“ führte, wie die FAZ schreibt:

„Deshalb wird es für Provenienzforscher besonders interessant sein, nun Schriftstücke zuhanden zu haben, die dokumentieren, wie seit 1933 viele verfolgte jüdische Kunden an die Galerie Heinmann herantraten, um ihre Bilder zu verkaufen, sei es, um den Lebensunterhalt oder die Ausreise davon zu finanzieren.“

Für Liebhaber klassischer geistlicher Musik wird das neue Portal Bach-Digital mindestens ebenso interessant sein. Es hat sich zum Ziel gesetzt, „Forschern und Musikfreunden auf der ganzen Welt Zugang zu wissenschaftlich fundierten Informationen zu den Werken der Musikerfamilie Bach sowie zur Überlieferung dieses Werkbestandes zu bieten.“ Unter Federführung des Bach-Archivs Leipzig, der Staatsbibliothek Berlin und der Sächsischen Landesbibliothek finden sich verschiedene Rechercheangebote:

„Die digitale Bibliothek der Autographe und Originalstimmen Johann Sebastian Bachs (Bach Digital) und der Bach-Quellenkatalog, bietet Ihnen Informationen zu allen Werken Johann Sebastian Bachs und ihrer schriftlichen Überlieferung. Zukünftig sollen auch die Bachiana der Sing-Akademie zu Berlin innerhalb dieses Portals in Digitalisaten zugänglich gemacht werden und eine Datenbank zu Werken und Quellen der weit verzweigten thüringisch-sächsischen Musikerfamilie Bach entstehen.“

Über eine Suchmaske findet sich für Interessierte eine Fundgrube von digitalisierten Originalquellen, die auch laufend erweitert werden sollen. Dadurch werden natürlich auch die wertvollen Originalhandschriften geschützt. Und wie es in einer Meldung der EKD heißt: „will es jemand ganz genau wissen, können mittels einer Zoom-Funktion auf der Internetseite kleinste Korrekturen des Komponisten, Randbemerkungen oder Beschädigungen an den Notenblättern entdeckt werden.“ Wenn man nur immer genug Zeit hätte, in solchen spannenden Sammlungen zu stöbern!  🙂

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