polizei der anderen art

Auf eine Nachfrage bei Twitter hin wollte ich noch kurz von einer interessanten Begegnung in den letzten Wochen berichten. Auf die Initiative meines regionalen katholischen Kollegen hin war die Schweizergarde zu einem Besuch in Süddeutschland und zu einer Begegnung mit der Seelsorge in der Bundespolizei eingeladen. Die Guardia Svizzera Pontificia ist eine Kombination von spezieller Polizei und kleiner militärischer Einheit. Ausbildung und Organisation sind eher militärisch strukturiert, auch ist die erfolgreiche Rekrutenausbildung der Schweizer Armee eine der Aufnahmebedingungen. Die Kernaufgabe der Schweizergarde, ständig „über die Sicherheit der geheiligten Person des Heiligen Vaters und Seiner Residenz zu wachen“ ist allerdings eher eine polizeiliche Aufgabe im klassischen Personen- und Objektschutz.

Allerdings findet nur ein kleinerer Teil des Dienstes in den traditionellen Uniformen unter den Augen der touristischen Öffentlichkeit statt – ein viel größerer Anteil des Wach- und Schutzdienstes wird innerhalb der nichtöffentlichen komplizierten Gebäude und Strukturen des Vaktikan geleistet. Und neben den eher folkloristischen Hellebarden verfügt die Garde dabei durchaus auch über moderne Technik und Bewaffnung. Da es sich sozusagen um eine kirchliche Polizeieinheit handelt, gehören zum ‚höheren Kader‘ außerdem nicht nur die leitenden Offiziere, sondern auch ein Gardekaplan, der für das „spirituelle Leben“ des Korps zuständig ist – die Begegnung mit einer deutschen Polizeiseelsorge legte sich deshalb besonders nahe.

Sie begann mit der Ankunft am Münchner Flughafen und setzte sich während vieler Besichtigungen und Begegnungen „auf den Spuren des Papstes“ fort. Mein persöliches Highlight war dabei ein lockerer (und sehr kulinarischer) Abend in einer Bundespolizeiabteilung, der viel Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den jungen Gardisten und ihrem Kommandanten Oberst Daniel Anrig bot. Zuvor hatte ‚unsere‘ Bundespolizei mit einigen speziellen Einsatzvorführungen das Interesse der Gardisten mindestens ebenso geweckt wie das kirchliche Besuchsprogramm dieser Tage.

Insgesamt war es interessant, einmal diese ganz andere Polizei näher kennen zu lernen. Die jungen Gardisten sind mit Eifer und Hingabe in ihrem Dienst und legen dabei sehr viel Disziplin an den Tag – wobei allein schon das formelle Antreten selbst zum gemütlichen Abend manchem unserer Bundespolizisten ein (vielleicht auch etwas neidvolles?) Schmunzeln entlockte. Und sie empfinden ihren Dienst als hohe Ehre. „Aus meiner Familie hat noch nie jemand so viel erreicht“ schwärmte ein junger Deutschschweizer mit leuchtenden Augen.

Zum Begegnungsabend mit der Bundespolizei gibt es hier einen netten Zeitungsartikel und weitere ausführliche Informationen auf der sehr schönen Homepage der Garde!

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