buchleichen und sonstige imitate

„Es gibt noch ein anderes Lesen“ sagte Verleger Gerhard Steidl in einem Interview der FR nach einem kurzen verbalen Ausflug in die neue Welt der iPads und eBooks:

„Nehmen Sie das Buch.
Jedes liegt anders in der Hand, hat ein anderes Gewicht, fasst sich anders an. Die Seiten fallen. Es macht ein Geräusch. Es ist angenehm, bei einem Buch die unterschiedlichen Papiere anzufassen. Da passiert etwas in den Fingerspitzen. Wenn Sie dann im Sessel sitzen und das Buch vor der Nase haben, dann merken Sie auch, wie es riecht. Wenn es gut gedruckt ist, riecht es. Nur genau das werden die meisten Bücher ja nicht mehr.“

Denn von der Qualität des Buches hätten sich Verlage längst verabschiedet, kritisiert der Branchenkenner. In den Regalen gängiger Buchhandlungen fänden sich deshalb nur noch „Imitate“ dessen, was man früher Buch nannte, und „aufgemotzte Leichen“. Eine echte Lösung dieses Problems hat Steidl angesichts finanzieller und marktwirtschaftlicher Zwänge natürlich weder für Bücher noch für Zeitschriften zu bieten. In der Diagnose muss ich ihm aber zustimmen: die meisten Bücher sind leider keine mehr.

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