friedenspreis geht nach israel

Der Friedenspreis des deutschen Buchhandels, der im Oktober wieder in der Paulskirche verliehen wird, geht in diesem Jahr an den israelischen Schriftsteller David Grossmann. Grossmann, der mit seiner Frau und drei Kindern in einem Vorort von Jerusalem lebt, ist ein Schriftsteller, der in seinen Werken die komplexen politischen, gesellschaftlichen und religiösen Zusammenhänge und Divergenzen zwischen Israel und seinen Nachbarvölkern versucht, von verschiedenen Seiten zu sehen und sich mit Worten und Gedanken für eine friedliche Lösung der vielen Probleme einsetzt. In der Begründung des Stiftungsrates heißt es deshalb:

„In seinen Romanen, Essays und Erzählungen versucht er, nicht nur die eigene, sondern immer auch die Haltung der jeweils Andersdenkenden zu verstehen und zu beschreiben. David Grossman gibt dem schwierigen Zusammenleben eine literarische Stimme, die in der Welt gehört wird. Seine Bücher zeigen, dass die Spirale von Gewalt, Hass und Vertreibung im Nahen Osten nur durch Zuhören, Zurückhaltung und die Kraft des Wortes beendet werden kann. In seinem Hauptwerk ‚Eine Frau flieht vor einer Nachricht‘ zeigt David Grossman die Bedeutung der Sprache für die Suche nach Identität und warnt vor ihrer zunehmenden Militarisierung. So bietet er inmitten einer Realität von Willkür, Zwang und Entfremdung Auswege aus dem jetzigen Zustand der Gesellschaft, die sich zwischen Krieg und Frieden befindet.“

„Wenn ich Literatur oder Artikel über die politische Situation schreibe“, sagt Grossmann in einem Interview, „dann versuche ich immer, die ganze Situation aus beiden Blickwinkeln zu erfassen“.  So versucht er, verschiedenen Seiten gerecht zu werden und durch ungewohnte Perspektiven zum Nachdenken anzuregen:

„Ich kann die Welt nicht durch eine enge Brille betrachten. Der beste Weg, sie zu verstehen, ist, sie durch ein Glas mit vielen Brennpunkten hindurch zu sehen. Das ist nicht immer einfach, weil man manchmal auch sich selbst durch die Augen des Feindes sieht. … Aber ich bin davon überzeugt, dass ich die Dinge in einer Weise formuliere, wie sie die meisten Menschen so nicht formulieren würden. Und ich hoffe, dass Menschen in ihrer Überraschung davon ergriffen werden und sich nicht auf ihr übliches Klischee zurückziehen können.“

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