schade

Immerhin fast zwei Tage konnte Deutschland sein unbeschwertes Lenasommermärchen genießen, bevor es heute wieder mit der eigenen Realität kollidierte. Es war schwer zu glauben, was uns da heute im Autoradio abrupt aufhorchen ließ. Bundespräsident Köhler zurückgetreten? Dieser aufrechte und durch und durch pflichtbewusste Mensch mit so hohen Ansprüchen an sich selbst und seinen Dienst? Dieser letzte Politiker weit und breit, der es im letzten Jahrzehnt noch gewagt hatte, unserem Land öffentlich und von Herzen Gottes Segen zu wünschen? Der seine hohe Verantwortung ganz bewusst aus christlichem Glauben und ethischen Werten wahrgenommen und deshalb so vehement die europäische Verantwortung für Afrika eingefordert hat? Dieser Präsident, der nicht nur ein selten hohes Vertrauen in der Bevölkerung, sondern auch eine überaus hohe Reputation auf dem internationalen Parkett genoß? Aber es war keine Falschmeldung. Leider.

Verstehen kann man ihn ja irgendwie. Denn die Auseinandersetzung nach seinen wirklich etwas mißverständlichen Äußerungen in und zu Afghanistan wurde schon lange nicht mehr um der Sache willen oder mit inhaltlichen Argumenten geführt. Darüber hätte man noch reden können. Dass Köhler aber das höchste Amt unseres Staates den zum Teil unfairen, unsachlichen und oft bewusst verdrehenden Anfeindungen und der medialen Kreuzigung der letzten Tage nicht mehr länger aussetzen wollte, ist daher verständlich. Trotzdem bleibt es für unser Land – sehr schade.

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