ode an freundschaft und familie

Gestern abend haben wir mit „Ice Age 3“ mal wieder so richtig entspannendes Kino genossen. Durchsetzt mit einigen humorigen filmischen Anklängen etwa an „Jurassic Park“ oder „Lord of the Rings“ bietet auch Teil 3 wieder abwechslungsreiche Unterhaltung. Die ‚Teile 2 bis unendlich‘ sind bei Büchern, Filmen oder Serien ja immer so eine Sache – ständig müssen neue Ideen und Steigerungen her und nicht vieles davon gelingt wirklich. Beim Teil 3 der Eiszeitstory ließ es sich noch gut aushalten. Außerdem ist manches inzwischen auch vertraut und man fragt sich natürlich schon im Voraus, was Scrat diesmal wieder mit der Nuss anstellt …

Neben lustiger Unterhaltung sind mir bei diesem dritten Eiszeitteil noch drei Dinge aufgefallen. Zum einen wird hier eine echte Ode an die Freundschaft gesungen. Vor allem das Kerntrio Manni, Diego und Sid verkörpert das Bild einer echten Männerfreundschaft: trotz unterschiedlicher Eigenheiten, charakterlicher Ausprägungen oder manchmal nerviger Marotten wird der andere akzeptiert wie er ist und man geht zusammen durch dick und dünn. Notfalls sogar soweit, das Leben und die eigene Familie für den Freund aufs Spiel zu setzen!

Interessant fanden wir die Anmerkungen zur Kommunikation zwischen Männern an einer Stelle. Da stellt Manni fest, dass Männer eben nicht so viel reden und so viele Gefühle preisgeben müssen wie Frauen (oder weibliche Mammuts), sondern ein kumpelhafter Schlag auf die Schulter sage genug und alles ist wieder im Lot. Im Laufe der Geschichte wird natürlich deutlich, dass das nicht immer genug ist! Die beste E.v.a. meinte dazu schmunzelnd, diese Szene könnten wir mal gut in einem Eheseminar verwenden  🙂

Zweitens ist die Geschichte durchsetzt von einer tiefen Sehnsucht nach Geborgenheit in einer Familie. Und zwar in einer richtig klassischen Familie: Papa, Mama und Kinder! Das verkörpert vor allem Sid, der etwas neidisch auf Manni, Elli und ihr Baby ist und schließlich versucht, sich wenigstens eine Ersatzfamilie aus Dinobabys zu basteln. Ich finde es erstaunlich, aber auch sehr aufschlussreich, dass solche Geschichten geschrieben und auch höchst gern gesehen werden in einer Zeit, in der man uns von vielen Seiten klar zu machen versucht, dass „andere Lebensformen“ in Beziehungen einer klassischen Familie mindestens gleichwertig, wenn nicht sogar besser und moderner sind! Sollte die tiefe Sehnsucht und Disposition des Menschen eben doch eine ganz andere sein?

Drittens ist mit aufgefallen, dass die Story diesmal in einer paradiesischen „Unterwelt“ unter der eiszeitlichen Erdoberfläche spielt – wenn man so will in der Welt des Unbewussten oder Unsichtbaren? Und dieses unterbewusste Paradies ist eben nicht heil und gesund, sondern von bösen und tödlichen Mächten durchsetzt. Eine besondere Figur ist in diesem Zusammenhang das schrullige, piratenhaft einäugige Wiesel Buck. Buck lebt schon lange in der Unterwelt, kann den Freunden (fast wie ein Fährmann des Hades) als Führer und Retter dienen und trägt ebenfalls eine tiefe Sehnsucht nach Freundschaft und Familie in sich. Er ist jedoch schicksalhaft an die böse Macht gebunden, die der Oberkillerdino Rudi verkörpert – vielleicht sein dunkler Persönlichkeitsanteil? Deshalb schließt er sich den Freunden auch nicht an, sondern geht wieder zurück in die Unterwelt, als er mitbekommt, dass Rudi nach dem letzten großen Kampf doch noch lebt …

Auf jeden Fall fanden wir Ice Age 3 wieder sehenswert – als entspannende Unterhaltung, aber auch mit interessanten Botschaften auf tieferen Ebenen.

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