vorwort

„Die Fortschritte der historisch-kritischen Forschung führten zu immer weiter verfeinerten Traditionsschichten, hinter denen die Gestalt Jesus, auf den sich doch der Glaube bezieht, immer undeutlicher wurde, immer mehr an Kontur verlor. Zugleich wurden die Rekonstruktionen dieses Jesus … immer gegensätzlicher. Vom antirömischen Revulotinär, der auf den Umsturz der bestehenden Mächte hinarbeitet und freilich scheitert, zum bis sanften Moralisten, der alles billigt und dabei begreiflicherweise selbst unter die Räder kommt. … Insofern ist inzwischen gar Misstrauen gegenüber diesen Jesusbildern gewachsen, aber die Figur Jesu selbst hat sich nur umso weiter von uns entfernt.

Als gemeinsames Ergebnis all dieser Versuche ist der Eindruck zurückgeblieben, dass wir jedenfalls wenig Sicheres über Jesus wissen und dass der Glaube an seine Gottheit erst nachträglich sein Bild geformt habe. Dieser Eindruck ist inzwischen weit ins allgemeine Bewusstsein der Christenheit vorgedrungen. Eine solche Situation ist dramatisch für den Glauben, weil sein eigentlicher Bezugspunkt unsicher wird: die innere Freundschaft mit Jesus, auf die doch alles ankommt, droht ins Leere zu greifen.“

Ich kann verstehen, dass viele einseitig historisch-kritisch geprägte Theologen Ratzingers neuen Bestseller sehr kritisch sehen. Andererseits bringt er die Dinge ziemlich gut auf den Punkt. Und das noch in einer recht verständlichen Sprache, was man auch nicht von allen theologischen Veröffentlichungen behaupten kann. Dieses Vorwort macht jedenfalls Lust auf mehr:

Allerdings ist auch das im Moment eine Zeitfrage für mich. Und bis Sonntag … bin ich dann erstmal weg.

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