Damit bringt Martin Weigert das Lebensgefühl der Netzaktiven griffig auf den Punkt. Ein wesentliches Kennzeichen dieses Lebensgefühls sei „die nicht mehr vorhandene Unterscheidung zwischen offline und online“. Einige Kernsätze:
„Das Internet ist nicht nur Medium. Es ist das überlegene Werkzeug, mit dem sich alle anderen Aspekte des Lebens organisieren, steuern und vereinfachen lassen. Wer dies erkannt hat, sieht das Netz nicht mehr als etwas Losgelöstes von der Realität, wie es häufig von Vertretern traditioneller Denkweisen gemacht wird. Es ist essentieller Teil des Lebens. Es ist globales Kommunikations-, Planungs, Wissens- und Unterhaltungs-Tool in einem.
Für eine wachsende Zahl von Menschen ist „Always-on“ Normalzustand. Diese Menschen emotional erreichen und an sich binden zu wollen, ohne ein Verständnis für deren Lebensgefühl zu haben, kann nur schiefgehen.“
Eigentlich antwortet Weigert damit auf die politische Fragestellung, wie die etablierten Parteien Menschen von heute erreichen können. Mindestens ebenso spannend ist diese Herausforderung aber auch für uns als Christen und Kirchen – wie begegnen wir dem Lebensgefühl der Generation AlwaysOn? Denn die Zeiten, in denen Gemeinden mit ein paar dürren HTML-Seiten oder eins zu eins hochgeladenen Gemeindebriefen Menschen von heute wirklich ansprechen können, dürften vorbei sein. Der bewusste und reflektierte Einsatz des Web2.0 und der etablierten Netzwerke kann vermutlich eine Antwort sein – aber auch eigene hochwertig gestaltete Communities wie jesus.de oder evangelisch.de. Was noch?

Ich habe genau zu diesem Thema gerade eine Examensarbeit fertiggestellt, die ich aber bisher nur bei Facebook eingestellt habe und ansonsten noch warte, bis sie bewertet worden ist.
Aber da geht es genau um das im Zitat Angesprochene und um Perspektiven für Kirchengemeinden.