Alex Rühle zitiert in seinem Artikel „Jenseits der Stille“ interessante und zum Nachdenken anregende Aussagen des amerikanischen Soziologen Dalton Conley:
„Conley schreibt, wir seien keine Individuen mehr, die nach Authentizität streben, sondern ‘Intraviduen’, die gehetzt einen konstanten Strom von Messages, Anrufen, Kontakten und Daten zu managen versuchen. ‘Die Bewohner unserer Anderswo-Gesellschaft haben aufgrund ihres quälenden Kontingenzbewusstseins (warum bin ich gerade hier, ich könnte ja auch woanders sein) nur dann das sichere Gefühl, am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun, wenn sie auf dem Weg zum nächsten Ziel sind.’ „
„Die zweite Angst, die Conley beschreibt, das ist die Angst, alleine zu sein. Abgeschnitten vom Rest der Welt. Handy und Mail sind auch eine narzisstische Falle, eine Art Nuckelflasche, aus der man sich süßen Brei holt, das Gefühl, gebraucht, geliebt, angesprochen zu werden.“
Hier noch eine lesenswerte Rezension von Katharine Mieszkowski zu Conlyes Buch (englisch).

Exzellente Beschreibung. Sehr erhellend, danke für den Tipp!