Immer wieder hörten wir in den letzten Wochen oder über die Feiertage von traurig machenden Taten, bei denen Kinder vernachlässigt oder misshandelt, ausgesetzt oder getötet wurden. Auch in den bischöflichen Weihnachtspredigten wurde das Leid verarmter und benachteiligter, misshandelter oder getöteter Kinder mit Recht thematisiert. Und das ist bestimmt ein Thema, bei dem wir auch als Christen gefordert sind, aufmerksam zu sein, Ansätze zu erkennen und Eltern, die mit ihren Kindern überfordert sind, rechtzeitig aufzufangen oder zu unterstützen. Ein Thema, bei dem wir wirksam Licht und Salz in einer ziemlich dunklen Welt sein können, anstatt uns mit unseren vergleichweise kleinen innerchristlichen Querelen zu beschäftigen – wie Christof neulich in sehr persönlichen, guten Gedanken schrieb.
Schade finde ich allerdings, dass in den meisten Predigten andere Kinder nicht auch im Blick sind. Zum Beispiel Kinder wie die elfjährigen Mädchen, die verkauft und von 40jährigen missbraucht werden oder die 14 bis 18jährigen rechtlosen ‘Importbräute’ in Deutschland. Aber diese Eisen sind natürlich ungleich heißer. Genauso heiß wie die immer noch über 100.000 “legalisierten” Kindestötungen pro Jahr. Denn der gefährlichste Ort für Kinder in Deutschland ist nach wie vor nicht eine überforderte oder sozialschwache Familie, sondern der Mutterleib. Erst wenn sie das Glück haben, diesem zu entkommen, werden sie von den Medien auf einmal bedauert und vom Strafrecht beschützt.
